Langeweile

In Verbindung mit dem Stress setze ich mich grad auch mit seinem Gegenüber auseinander: der Langeweile. Wenn der Stress ein Zuviel an Anforderung ist, dann ist die Langeweile ein Zuwenig. Und ich merke, dass mich das genauso stresst. 

Ich langweile mich ja wirklich selten, meist fällt mir schnell wieder was ein, was ich interessant finde oder aus einer Situation rausholen kann. Durch bestimmte Umstände - bzw. ein längerfristiges Vorhaben - kann ich mich gerade aus einer bestimmten Situation aber nicht gleich wieder entfernen und langweile mich. Ich werde ungeduldig und missmutig. Ich gebe zu, es ist mir teilweise nicht gelungen, positiv mit dieser gestressten Langeweile umzugehen. Denn ich wäre lieber woanders gewesen. Und das Wissen, dass ich nochmals in diese Situation gehen werde - eben längerfristige „Gewinnaussicht - macht mich auch nicht grad froh.
Die positive Entsprechung wäre natürlich die Gelassenheit und Entspanntheit. Eine lange Weile, in der grad mal nichts passieren muss. Eine Weile, in der ich einverstanden bin, dass ich genau hier bin, wo ich bin... ohne Anspruch auf Veränderung, Aktivität oder Erlebnisse. Selbst gewählte Langeweile ist für mich eigentlich einer der erholsamsten Zustände. 
Ich versuche also mich in der nicht selbst gewählten Langeweile an einen inneren Ort der selbst gewählten Langeweile zu beamen... Tagträume sind doch was Schönes.


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