Katastrophengedächtnis

Menschen haben ein „Katastrophengedächtnis“ habe ich vor kurzem in einer psychologischen Studie gelesen. Damit ist gemeint, dass das menschliche Gehirn darauf programmiert ist, besonders schwierige, belastende oder gefährliche Situationen besser abzuspeichern.

Der Grund dafür ist einfach erklärt: Wenn wir uns bestens auf die Zukunft vorbereiten wollen, müssen wir Gefahren vorhersehen können. Eine überlebenswichtige Funktion.

Dieses Katastrophengedächtnis macht sich aber manchmal ein wenig selbständig. Es ist entscheidend zum Beispiel Autos oder Spinnen als potenziell gefährlich einschätzen zu können und ihnen entsprechend zu begegnen oder auszuweichen. Übernimmt das Katastrophengedächtnis ist jedes Auto der Feind und wir fürchten uns vor jeder kleinen Spinne. Nicht besonders nützlich im Alltag.

Ebenso wenig nützlich, wenn das Katastrophengedächtnis zum Beispiel Menschen aus anderen Kulturen, Sprechen vor großen Gruppen oder Vorgesetzte generell als Gefahr identifiziert. Menschen, die wir nicht verstehen verunsichern unser Selbstbild, das ist ganz natürlich. Uns zu exponieren macht Angst und Autoritäten erinnern uns an so manche Kindheitssituation. Diese Liste ließe sich endlos fortführen und ist sicher individuell ganz unterschiedlich.

Hier braucht das an sich gute Gedächtnis-Schutzsystem im Gehirn eine bewusste Unterscheidung zwischen verständlicher Vorsicht und konstruierter Katastrophe, die meist ohnehin nur in der eigenen Phantasie abläuft. Innehalten, durchatmen und nachdenken hilft. Privat und gesellschaftlich.

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