Konflikte

Konflikte sind wahrgenommene Unvereinbarkeiten. So heißt es in der Literatur. Wir haben permanente Unvereinbarkeiten - im eigene Inneren und mit den Menschen um uns herum - die wir vielleicht gar nicht wahrnehmen. Wir lösen sie ganz automatisch, indem wir Prioritäten setzen.

Ich gehe am Morgen aus dem Haus, obwohl ich das innere Bedürfnis hätte, weiterzuschlafen. Ich passe mich in einer Sache an jemand anderen an, weil ich merke, dass es für das Gegenüber wichtig ist. Ich finde immer wieder Wege, die für alle Beteiligten passen, ohne groß darüber nachzudenken. In uns allen gibt es großartige Konfliktlösungskompetenzen, die uns meistens gar nicht bewusst sind.
Und dann gibt es Konflikte, die sich nicht von selbst lösen lassen. Unvereinbarkeiten zwischen Bedürfnissen und Standpunkten. Auch die sind noch kein Problem, wenn sie so stehen bleiben dürfen. Solange wir das andere Bedürfnis oder die andere Meinung akzeptieren können, entsteht noch kein Konflikt. Möglicherweise gehen Wege auseinander oder braucht es Formen von Kompromissen oder abwechselnder Berücksichtigung wichtiger Anliegen. Immer noch bewusst lösbar.
Die großen Konfliktfelder entstehen erst dann, wenn Anliegen, Meinungen, Bedürfnisse und Standpunkte wechselseitig abgewertet werden. Übernehmen die Emotionen, eskalieren Konflikte. Meist können wir mit etwas Ruhe und Abstand erkennen, dass es keine unlösbaren Situationen gibt. Im Moment - wenn die Angst, die Wut oder die Verzweiflung regieren - wird jede Unvereinbarkeit zum massiven Konfliktfeld, aus dem es schwer ist auszusteigen.
Ich bin überzeugt, dass sich jeder Konflikt lösen lässt. Auch im großen gesellschaftlichen Zusammenhang. Aber etwas mehr Ruhe und Abstand würde uns vermutlich dafür allen gut tun.


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