Ängste

Zugegeben, die Zeit und ihre Einschränkungen fordern mich auch. Es ist nicht einfach, sich gerade eine Meinung zu bilden und einen persönlichen Weg zwischen all den Informationen, Einflüssen und Maßgaben zu finden. Doch frage ich mich schon immer wieder, ob es die Aufregung wert ist? Und was dahinter steht?

Ich erlebe Menschen, die sich so fühlen, wie wenn sie im Gefängnis gelandet wären. Dabei entstehen wohl auch emotionale Übertreibungen, die an Zeiten erinnern, die aus meiner Sicht eine völlig andere diktatorische Qualität hatten. Natürlich erleben wir Einschränkungen, aber sie sind zeitlich begrenzt und nicht existenziell bedrohlich.
Ich erlebe Menschen in meiner Umgebung, die sich so fühlen, wie wenn alle anderen unsolidarisch und gefährlich wären. Auch da gibt es emotionale Übertreibungen und Entwicklungen, die mich nachdenklich stimmen. Wir müssen nun mal auch mit Krankheit und Tod umgehen lernen. Auch das gehört zum Leben.
Ich erlebe eine Zeit, in der wir mit vielen Herausforderungen konfrontiert sind, die schon mal Angst machen können. Angst vor einer neuartigen Krankheit, die viel(e) Opfer fordert. Angst vor der totalen Kontrolle, die wohl manchen auch etwas zu gut gefallen würde. Angst vor gesellschaftlichen Entwicklungen, die uns auseinander treiben. Angst vor der technologischen Geschwindigkeit, die uns überfordert. Angst vor der nahenden Klimakatastrophe. Angst… und Angst. 
Angst war noch nie eine guter Ratgeberin. Denn sie verengt und lässt keine neuen Gedanken und Lösungen zu. Wir können die Angst aber auch nicht einfach wegmachen. Sie braucht Beachtung und Würdigung. Doch bin ich zugleich überzeugt, dass die Angst, die wir heute empfinden, ihre Wurzeln oft in einer anderen Lebensphase hat. Möglicherweise eine Zeit, in der wir noch wenig Handlungsspielraum hatten, in unserer Kindheit. 
Wenn wir die Angst als Kind betrachten, dann können wir sie liebevoll annehmen. Sie ist nicht falsch. Aber eben auch nicht aktuell richtig. Nehme ich meine Angst ernst, kann ich sie liebevoll beruhigen. Und zugleich als heute Erwachsene auf jene Themen schauen, die uns fordern. Und doch nicht überfordern müssen.
Wir werden viele Lösungen brauchen für die Herausforderungen unserer Zeit. Da wäre es wohl gut, wenn uns mehr die Kreativität, die Menschlichkeit und der Optimismus als Ratgeber zur Seite stehen.


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